Vom Winde verweht – das etwas andere Remake (oder «Die Wanderboje»)

Alle Jahre wieder geht es nach Zug, heuer zum 24. Mal: Zytturm-Triathlon. Vom Setting her einer der schönsten Tris in der Schweiz, Wechselplatz mitten in der Altstadt am See, Schwimmstrecke nicht einfach irgendwie raus und zurück, sondern vier Bojen, von denen eine wichtige Rolle spielen sollte.

Zunächst etwas hektisches Einrichten, warm machen und zum Schwimmstart pilgern. Eine zügige Bise ging, aber die Wellen hielten sich in Grenzen. In der Badi am Start erneut ein Blick aufs Wasser. Hm. Die erste Boje war doch vorhin deutlich weiter rechts gewesen. Und richtig, schon machte sich eins der Begleitboote auf den Weg, den Flüchtling auf dem Weg nach Süden einzufangen. Der Start der ersten Welle über die olympische Distanz wurde um fünf Minuten verschoben, alle schlotterten ein wenig und kurzerhand hiess es: «Schwimmt einfach um das Boot mit der Boje.

Dann zählte irgendjemand von drei auf eins herunter via Megafon – und nichts geschah. Alle schauten sich etwas erstaunt an… warten? Schwimmen? Endlich knallte es doch noch und los gings. Alles im grünen, mit 1550 Metern war die Schwimmstecke noch in Ordnung.

Im Anschluss die schnelle, sehr flache Radstrecke. Die Bise erst als Freundin, dann als Feindin… für einmal war es mit dem Windschättelen im Rahmen.

Die Laufstrecke ebenso geschmeidig, inklusive dem kleinen Dschungelpfad entlang einem Bächlein. Die Temperaturen nach der Rennsauna in Rappi herrlich angenehm.

So weit, so gut… keiner wusste, dass die Verwirrung erst kommen sollte. Ich legte mich also, da kaum jemand wartete, auf den Schragen bei der Massage. Nach einer Weile neben mir ein Gespräch zwischen zwei Wartenden: «Du, die Schwimmstrecke war etwas sehr lang. Meine Uhr zeigte 2300 Meter.» Der Schreibende konnte nicht umhin, hinüberzuschielen und festzustellen, dass der Sprecher dieselbe Uhr trug. Kurz nachgefragt: Die letzte Startgruppe wurde Opfer der Wanderboje, die offenbar wieder gen Gotthard verreiste. So wurde es für die Schwimmer je langsamer desto länger (oder so). Auch der Rennleitung entging das nicht und man begann zu beraten und verschob die Siegerehrung um eine halbe Stunde. Schlussendlich wurde fürs Gesamtklassement nur Bike und Run gewertet, für das AK-Ranking aber die Gesamtzeit… das hat zur Folge, dass viele unglaublich schnelle Zeiten im Overall haben und sehr gemächlich in der Agegroup notiert sind. Die Siegerehrung war dann nur die Fortsetzung des Chaos… Mit meinem Veloständer für den dritten Rang auf dem Podest stehend erfuhr ich, dass ich bitte noch bleiben sollte, da ich die Führung im Circuit-Klassement übernommen hätte. «Such Dir schon mal ein passendes T-Shirt für die Ehrung und das Foto aus!» (Die Frührenden bekommen ein Leader-Shirt). Freudige Überraschung… Foto gemacht und dann kam die Peinlichkeit des Tages: Wir mussten die Shirts wieder wieder zurückgeben, der Verband kann es sich nicht leisten… wie peinlich ist das denn! Zumal die Shirts durchaus ansehnlich waren. Einmal mehr ein «Big Fail» seitens Swisstriathlon.

Fazit: Triathlon vom feinsten, herrliches Wetter, fieser Wind und eine Boje mit Freiheitsdrang. Vermisst wurden eigentlich nur ein paar mehr Rotweisse.

Auch der Nachwuchs war gestern am Start, herzliche Gratulation allen Finishern!

CMAK2

3.

=

Braune-Krickau Wolfi

2:09.04,5

CFHK

19.

=

Elmer Nadia

2:48.38,0

CMAK1

25.

=

Kirik Dmitry

2:32.38,1

SFHK

25.

=

Matafora Marisa

1:55.51,5

Wolfi

Danke Wolfi für den Bericht, ich (WalterB) füge den soeben erstellten Bericht von den Jugendlichen hinten an...;)

 

8 Jugendliche des Jtris waren am Samstag Nachmittag am Start

Bei schönstem Wetter und 22° Wassertemperatur, alles perfekt. Vor dem Start strahlten sie und freuten sich, aber spätestens nach dem Schwimmen merkten alle, es wird hart, Triathlon ist eben kein Zuckerschlecken.

Ein paar Minuten/Stunden nach dem Zieleinlauf, überwiegte das Positive. Als überraschenderweise kurzfristig eine neue Kategorie geschaffen wurde, gab es sogar 2 Podestplätze für die Jtri's. Sina verpasst den 3. Rang nur um 6 Sekunden. Pech hatte Rafail, sein Veloplatz war besetzt und er wurde zurückgepfiffen, da die Startnummer beim Laufen vorne sein sollte...

Livia kämpfte als einzige in der Kategorie Youthleague, wo die besten Athletinnen aus der ganzen Schweiz am Start waren. Sie war auf Rang 4 unterwegs, als sie noch eine 10s Strafe absitzen musste, welche nach meinem Gefühl länger dauerte, so kam sie als 6. ins Ziel, das bei 16. Teilnehmerinnen.

Ein paar Stimmen von den Teilnehmern und Zuschauern:

Benjamin und Jannik:
"Die Streckenbesichtigung im Team war sehr gut, genügend Zeit um die Wechselzone einzurichten und einzuschwimmen. Die gute Stimmung im Team und die hilfreichen Antworten vom Trainer waren sehr wichtig. Das Rennen für sich betrachtet fanden sie nicht sehr attraktiv. Die schnelle Abwicklung nach dem Rennen mit Verpflegung und Siegerehrung war super für sie. Die neu geschaffene Kategorie nahm Benjamin gerne an..."

Josua:
"En schöne triathlon wommer au guet zueluege und afüre chan, isch für mich chli zkurz gsi."

Thomas Böppli:
"Aus der Sicht der Zuschauer ist das Jtri-Team positiv aufgefallen. Josua verblüffte mit seiner schneller Wechselzone erwachsene Athleten. Die tollen Leistungen bei super Wetter und wunderschöner Lage des Anlasses sind unvergesslich."

Roman Wespe:
"Für mich war eindrücklich wie ihr als Team aufgetreten seid und einander untetstützt habt - super."

Auszug aus Rangliste:

Jugend/School 0,2 / 5 / 1,2km

1. Benjamin 18:27,7

3. Josua 18:34,7

5. Sina 19:48,8

7. Dario 20:02,1

6. Marilena 20:18,9

10. Jannik 20:31,5

11. Rafail 22:18,7

YouthLeague (Lizenz) 2x 0,2 / 7,5 / 2km

6. Livia 28:29,1

Bilder siehe https://www.flickr.com/photos/jtri/albums/72157682319905993

 
... Walter Bürki

Comments (1)

  1. Claudia Günsberg

Bravo gratuliere

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